Umwelt bewusst handeln! – Lions-Ausstellung an der Mittelschule Landau

Was passiert eigentlich mit einer achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe, einem Kaugummi oder einer leeren Vape? Genau solche Fragen stellt die aktuelle Umweltausstellung des Lionsclub Dingolfing-Landau, die derzeit an der Mittelschule Landau zu sehen ist.

Unter dem Motto „Alltag entdecken. Umwelt verstehen. Zukunft mitgestalten.“ greift die Ausstellung Themen auf, die unmittelbar mit dem Alltag von Jugendlichen zu tun haben.

Die sechs jeweils 1,80 Meter hohen und knapp einen Meter breiten Basisplakate fallen in der Aula sofort ins Auge. Das Besondere: Die Ausstellung will nicht einfach belehren. Die Schülerinnen und Schüler werden mit direkten Fragen konfrontiert, können die Tafeln aufklappen und entdecken dahinter Informationen über die Folgen des eigenen Handelns. QR-Codes führen zu weiterführenden Informationen.

Unter dem Slogan „Cool..., aber uncool...“ greift die Ausstellung sechs alltägliche Umweltsünden auf und liefert wertvolle Denkanstöße zu vertrauten Konsum- und Verhaltensfragen. So wird unter anderem das Problem der Zigarettenkippen beleuchtet, von denen zwei Drittel in der Natur landen. Ein einziger Filter wäscht Gifte wie Nikotin, Cadmium und Arsen aus und verunreinigt damit bis zu 50 Liter Regenwasser.

Ebenso rücksichtslos ist das achtlose Ausspucken von Kaugummis. Diese können zur Todesfalle für Hunde werden, da sie oft den für Tiere hochgiftigen Birkenzucker enthalten, und sorgen zudem für Ärger an Schuhen und Tischen.

Ein weiteres aktuelles Thema sind Einweg-E-Vapes. Die leeren Gehäuse enthalten wertvolle Lithium-Batterien, die im normalen Müll eine erhebliche Brandgefahr darstellen und wertvolle Rohstoffe verschwenden, weshalb sie unbedingt im Handel zurückgegeben werden müssen.

Auch scheinbar einmalige Aktionen hinterlassen Spuren, wie die Reste von Feuerwerkskörpern zeigen. Deren Rückstände enthalten Schwermetalle, die in den Boden gewaschen werden, während die Kunststoffteile zu Mikroplastik zerfallen.

Ebenso kritisch ist die Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten über die Toilette oder das Waschbecken. Dies belastet die Kläranlagen, führt bei Antibiotika zu resistenten Keimen und schädigt über Schmerzmittel die Organe von Fischen.

Zuletzt mahnt die Ausstellung den Plastikmüll nach Partys in Parks an. Die Abfälle locken Wildtiere an, die Plastikteile fressen und daran qualvoll verhungern können. Auch der Mensch ist betroffen, wenn der Kunststoff zu Mikroplastik wird und letztlich über die Nahrungskette im menschlichen Körper landet.

Mit Ausnahme der E-Vapes wird bei fast allen gezeigten Themen deutlich, dass der richtige Entsorgungsweg ganz einfach über die reguläre Restmülltonne führt.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse M8c zeigten sich von der anschaulichen Darstellung beeindruckt. Besonders die überraschenden Zusammenhänge sorgten für Gesprächsstoff. „Dass so eine kleine Zigarettenkippe so viel Wasser verschmutzen kann, hätte ich niemals gedacht. Das bleibt einem schon im Kopf“, stellte ein Schüler erstaunt fest.

Auch die interaktive Gestaltung kam bei den Jugendlichen bestens an. „Das mit den Klappen ist cool gemacht. Man überlegt erst selbst, was dahinterstecken könnte, und bekommt dann die Erklärung. So ist es viel interessanter, als einfach nur einen langen Text zu lesen“, meinte ein Mitschüler.

Schulleiter Christian Ehrenreich dankte Lions-Präsident Tobias Beer und Lions-Umweltbeauftragten Dr. Willy Miksch sehr herzlich für die Möglichkeit, die Ausstellung im Schulhaus präsentieren zu können. Er hob insbesondere den lebensnahen Ansatz hervor: „Das ist Umweltbildung, wie wir sie uns wünschen: anschaulich, lebensnah und ohne erhobenen Zeigefinger. Die Ausstellung greift Themen auf, die unsere Jugendlichen unmittelbar betreffen, und zeigt eindrucksvoll, dass jeder Einzelne mit oft ganz einfachen Entscheidungen etwas zum Schutz unserer Umwelt beitragen kann.“

Besonders erfreulich sei dabei, dass die Ausstellung nicht nur Wissen vermittle, sondern die Jugendlichen dazu anrege, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen.

Der Initiator der Aktion, Dr. Willy Miksch, zeigte sich bei seinem Besuch sichtlich begeistert über das große Engagement vor Ort. Er freute sich sehr über die Bereitschaft der Schule, die Inhalte so aktiv aufzugreifen. Laut Dr. Miksch ist es von zentraler Bedeutung, eine grundlegende Achtung vor der Natur über praxisnahe Beispiele direkt an Jugendliche heranzutragen. Ziel sei es, die junge Generation zur aktiven Reflexion des eigenen Verhaltens im Alltag zu ermuntern.